(For those of us who read german).
From today's Frankfurter Allgemeine
Teamchef Godefroot kritisiert Jan Ullrich heftig
24. Juli 2004 T-Mobile-Manager Walter Godefroot hat am Samstag seinen
Mannschafts-Kapitän Jan Ullrich und dessen persönlichen Betreuer in zwei
Interviews in französischen Zeitungen heftig kritisiert.
"Talent allein reicht nicht", sagte Godefroot dem "Figaro". Zu Ullrichs
persönlichem Berater Rudy Pevenage habe er weder "professionell noch
persönlich" Vertrauen. Der "L'Equipe" sagte der 61jährige Belgier, der
Ullrich im Vorjahr in sein Team zurückgeholt hatte: "Der Professionalismus
Erik Zabels und das Talent Ullrichs ergäbe zusammen einen Eddy Merckx."
Ullrich fehle der nötige "Killerinstinkt".
Godefroot hatte mit seinem früheren Kollegen Pevenage gebrochen, als dieser
Ullrich im Winter 2002 mitten in der Saisonvorbereitung im Team-Telekom erst
zu Coast und dann zu Bianchi gefolgt war. Als Ullrich 2003 zu den Bonnern
zurückkehrte, ließ er sich in seinem Vertrag die Betreuung durch Pevenage,
seinen Bruder Stefan als Mechaniker und eine persönliche Physiotherapeutin
festschreiben. Das Kompetenz-Durcheinander bei T-Mobile wird von vielen
Beobachtern als ein Grund des insgesamt schwachen Abschneidens Ullrichs bei
der 91. Tour de France angesehen.
Ullrich, der zu Tour-Beginn eine durch Antibiotika behandelte Erkältung
überstehen mußte, lag vor dem Zeitfahren am vorletzte Tourtag auf dem
vierten Rang der Gesamtwertung. Der 30jährige Olympiasieger war angetreten,
seinen Toursieg von 1997 zu wiederholen und Lance Armstrong im vierten
Aufeinandertreffen zum ersten Mal zu schlagen. Dabei war er frühzeitig
gescheitert.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa